Kongress der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie stellt neuste Ergebnisse vor

Im Zeitalter moderner Immuntherapeutika zeigt sich die Hyperthermie als geeigneter Partner und wird auch am IOZK in der Behandlung von Krebserkrankungen angewandt. Der Krongress der Deutschen Gesellschaft für Hyperthermie e.V. am 30. September in Berlin brachte neue Ergebnisse und Erkenntnisse zur Sprache. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Tatsache, dass für die Ganzkörperhyperthermie erstmals verbindliche Leitlinien veröffentlich werden. Die Darstellung erfolgt auf der Webseite der DGHT e.V.

www.dght-ev.de

Immuntherapie beim Prostatakarzinom: Kanadische Arbeitsgruppe stellt den aktuellen Stand vor

In NATURE REVIEWS Urology stellte eine kanadische Arbeitsgruppe in einem Übersichtsartikel den aktuellen Stand der Immuntherapie beim Prostatakarzinom vor: „Potentiating prostate cancer immunotherapy with oncolytic viruses“ (Verstärken der Immuntherapie bei Prostatakrebs mithilfe von onkolytischen Viren). Dabei hoben sie besonders den Effekt von onkolytischen Viren hervor. Sie zitierten auch eine von uns durchgeführte Fallstudie und erwähnten die Therapiemethode des IOZK mit Elektrohyperthermie, Newcastle Disease Virus und die auf dendritischen Zellen basierende Impfung. „Darüber hinaus berichtet eine Fallstudie über die Entwicklung von Prostatakrebs-spezifischen T-Zell-Immunreaktionen und die langfristige Remission von metastasierendem kastrationsresistentem Prostatakrebs nach Behandlung mit lokaler Hyperthermie, Newcastle Disease Virus und auf dendritischen Zellen basierender Impfung.“ (S. 10)

Der Artikel schließt optimistisch: „Letzten Endes fördert die durch onkolytische Viren induzierte Unterminierung der Immunsuppression die Immunität gegenüber dem Tumor. Darüber hinaus können Behandlungen mit onkolytischen Viren die Wirkung komplementärer Krebstherapien verstärken [und] potenziell zu besseren Ergebnissen für den Patienten führen als die, die durch beide Behandlungen allein erreicht werden können. Die unterstützenden immunologischen Eigenschaften der onkolytischen Viren sind neben ihren onkolytischen Fähigkeiten ein vielversprechender Ansatz für den nächsten Durchbruch in der Immuntherapie bei Prostatakrebs.“ (S. 14).

NATURE war im Jahr 2014 die weltweit am meisten zitierte interdisziplinäre wissenschaftliche Fachzeitschrift sowie die Zeitschrift mit dem höchsten Impact Factor in ihrer Kategorie. Zudem ist sie neben der US-amerikanischen Zeitschrift SCIENCE die weltweit angesehenste Zeitschrift für Naturwissenschaften.

Flüssigbiopsie: Symposium zum Thema Liquid Biopsies & Cancer

Am Leuven Cancer Institute fand vom 28. bis 30. August ein Symposium zum Thema Liquid Biopsies & Cancer statt, zahlreiche Experten trafen sich dort zum Austausch. Die Flüssigbiopsie ist eine noch relativ junge Disziplin. Da Krebszellen im Blutkreislauf Bestandteile der DNA absondern, lässt sich mit dieser neuen Technologie die Tumor-DNA durch eine Blutprobe bestimmen. Das ermöglicht z.B. Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf und verschont die Patienten vor der sonst üblichen, durchaus riskanten Gewebeentnahme. Das IZOK nutzt die Flüssigbiopsie zur Diagnostik und zu therapeutischen Zwecken in der IOZK Immuntherapie.

Nobelpreis für Medizin 2018

Der Nobelpreis für Medizin 2018 an die Immunforscher Allison und Honjo ist ein weiterer Meilenstein der modernen Krebstherapie, die die Selbstheilungskräfte des Körpers in den Fokus stellt. Schon 2011 wurden drei Immunologen für ihre Arbeit ausgezeichnet, die das Verständnis des Immunsystems revolutioniert haben und neue Wege zur Bekämpfung von Krebs eröffneten: Steinman beschrieb die Funktionsweise der dendritischen Zellen, Hoffmann und Beutler entdeckten und beschrieben, dass die erfolgreiche Immunabwehr Gefahrensignale benötigt. Auf diesen Erkenntnissen basiert die Impfstoff-Herstellung und die Immuntherapie des IOZK.

Gleichzeitig kann das IOZK seit zwei Jahren die Medikamente nutzen, zu deren Grundlagenforschung der aktuelle Medizin-Nobelpreis verliehen wurde – sie dienen dem Schutz von tumorspezifischen Immunzellen, die Tumorzellen angreifen können. Die sogenannten Check-Point-Inibitoren verbessern die Effekte unserer Therapie am IOZK, gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen zum wirksamen Einsatz dieser Medikamente. Denn die Check-Point-Inhibitor-Antikörpertherapien helfen bisher nur bei einem kleinen Teil der Patienten, und zwar nur bei jenen, die bereits eine Immunreaktion gegen die Tumorzellen entwickelt haben. In bestimmten Fällen können wir die Check-Point-Inhibitor-Antikörper nutzen, damit das tumorspezifisch aktivierte Immunsystem die Tumorzellen erfolgreich vernichten kann.

Zwischenergebnisse zur Anwendung von Dendritischen Zellen (DCVax®) beim Glioblastom von Dr. Marnix Bosch

Bei der weltberühmten Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2018 präsentierte Dr. Marnix Bosch Zwischenergebnisse einer Phase-III-Studie zur Anwendung einer Impfung mit Dendritischen Zellen (DCVax®) beim Glioblastom. Dabei handelt es sich um die häufigste Tumorerkrankung des Gehirns mit einer sehr schlechten Prognose.

Diese multizentrische Doppelblind-Studie untersuchte an 331 ausgewählten Patienten die Wirkung einer DC-Impfung zusätzlich zur Standardtherapie mit Operation und Radiochemotherapie. Eingeschlossen wurden Patienten direkt nach Erstdiagnose, nur wenn sie z. B. einen Karnofsky Index ≥ 70 hatten. Patienten, die bestimmte Begleiterkrankungen, ein fortgeschrittenes Tumorstadium oder ein Rezidiv hatten, wurden nicht aufgenommen. Die Zwischenergebnisse belegen, dass die Impfung sehr gut vertragen wird und gegenüber der Standardtherapie zu einer Verlängerung der Überlebenszeit führt.

Die Ergebnisse der Untersuchung decken sich mit den klinischen Erfahrungen aus individuellen Heilversuchen, die das IOZK in der Anwendung unserer DC-Vakzine in Kombination mit onkolytischen Viren unternommen hat.

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